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Ratgeber · Verfahren

Umspritzen von Einlegeteilen.

Wie Metall und Kunststoff in einem einzigen Spritzgießschritt zu einem robusten Hybridbauteil werden.

Beim Umspritzen – international auch „Insert Molding“ genannt – wird ein vorgefertigtes Einlegeteil in das Spritzgießwerkzeug eingelegt und anschließend mit Kunststoff umspritzt. Das Ergebnis ist ein Bauteil, das die Stärken beider Werkstoffe vereint.

Typische Einlegeteile

  • Gewindebuchsen für belastbare, wiederholt lösbare Verschraubungen
  • Kontakte, Steckerstifte und Stanzgitter für elektrische Verbindungen
  • Blech- und Stanzteile zur Verstärkung oder als Befestigungselement
  • Achsen, Wellen und Bolzen für mechanisch belastete Funktionen

So läuft das Umspritzen ab

  1. Einlegen: Das Einlegeteil wird manuell oder automatisiert in die Kavität eingelegt und fixiert.
  2. Umspritzen: Die Kunststoffschmelze umschließt das Einlegeteil formschlüssig.
  3. Abkühlen & Entformen: Der Kunststoff schwindet auf das Einlegeteil auf – es entsteht eine feste Verbindung.
  4. Prüfen: Lage, Sitz und Funktion des Einlegeteils werden kontrolliert.

Vorteile von Hybridteilen

  • Weniger Montage: Das nachträgliche Einpressen oder Einkleben entfällt.
  • Hohe Festigkeit: Metallgewinde halten deutlich höhere Kräfte und mehr Schraubzyklen aus als Kunststoffgewinde.
  • Präzise Lage: Das Einlegeteil sitzt exakt und reproduzierbar an seiner Position.
  • Dichtheit und Isolation: Kontakte werden sicher eingebettet und elektrisch isoliert.
  • Funktionsintegration: Mehrere Bauteile werden zu einem zusammengefasst.

Worauf es ankommt

Damit die Verbindung dauerhaft hält, müssen Einlegeteil, Kunststoff und Werkzeug aufeinander abgestimmt sein:

  • Verankerung: Rändel, Hinterschnitte oder Bohrungen am Einlegeteil sorgen für Formschluss gegen Verdrehen und Herausziehen.
  • Wärmeausdehnung: Metall und Kunststoff dehnen sich unterschiedlich aus – ausreichende Wanddicken um das Einlegeteil verhindern Spannungsrisse.
  • Vorwärmen: Bei größeren Metallteilen verbessert ein Vorwärmen die Anbindung und reduziert Eigenspannungen.
  • Fixierung im Werkzeug: Das Einlegeteil darf sich beim Einspritzen nicht verschieben.
  • Sauberkeit: Öl- und Schmutzreste auf den Einlegeteilen verschlechtern die Verbindung.

Tipp: Planen Sie Einlegeteile von Anfang an in die Konstruktion ein. Ein nachträglicher Umbau des Werkzeugs ist meist aufwendiger als eine durchdachte Auslegung zu Projektbeginn.

Fazit

Umspritzte Einlegeteile verbinden die Festigkeit von Metall mit der Formfreiheit von Kunststoff – und sparen gleichzeitig Montageschritte. Mehr dazu unter Veredelung & Montage und Kunststoffspritzguss. Sprechen Sie uns zu Ihrem Bauteil an: Anfrage senden.

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